Buchrezensionen

 

Aus dem Leben eines Taxifahrers

Seit über 20 Jahren fährt Frank Fischer in deutschen Großstädten Taxi. Dabei erlebt er unglaubliche und kuriose Situationen, wie zum Beispiel an dem denkwürdigen Tag, als sich ein Japaner in seinen Kofferraum verirrte. Dieses Buch erzählt die besten Geschichten vom Taxistand. Kostproben gefällig?
Zum Beispiel: ,,Gestern zum ersten Mal zwei unifomierte Polizisten von einem Hotel zum Bahnhof gefahren. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte die ganze Zeit ein komisches Gefühl – man fühlt sich so beobachtet.”
Was das Bild des bunten Taxler-Lebens abrundet, sind allerlei Informationen, mal als kleines Kästchen, mal als ganzes Kapitel. Dies verleiht dem Buch einen gewissen Sachbuchcharakter und wirft gleichzeitig auch ein Licht auf die rechtlichen Fragen und Begleitumstände rund um das Taxigewerbe. Vom Preisvergleich zu anderen Städten über die Frage nach Tariferhöhungen, den Schönefeld-Streit unter den
Taxlern, bis zu betrügerischen Kollegen findet man alles. Ebenso eine legendäre Einsteigertypologie, Murphys Gesetz für Taxler und viele andere nicht ganz so ernste Zusammenstellungen.
Der Autor Frank Fischer ist seit 1984 Taxfahrer. Erst in Darmstadt, dann in Frankfurt am Main und schließlich in Berlin, wo er mit dem Taxi 5108 unterwegs ist. Seit 2005 betreibt er außerdem einen vielgelesenen Weblog (www.taxiblogger.de).

Lübecker Nachrichten, 07.09.2011

Frank Fischer erzahlt von seinem Leben als Taxifahrer. Nicht irgendein Fahrer. sondern einer mit einem erst langen und dann abgebrochenen Soziologie-Studium, und so kann er jetzt seine theoretischen Kenntnisse in der Praxis überprüfen. Seine Fahrgast-Typologie, vom nassforschen Typ über den wichtigen Handy-Typ und den Basar-Typ bis hin zum Winker-Typ, mischt denn auch noch eher akademisch Trockenes mit anekdotischen Elementen. Zudem gibt es unter anderem auch einen Hummer auf dem Rucksitz, Begegnungen mit Prominenten sehr unterschiedlichen Verhaltens oder – ob Sie’s
glauben oder vielleicht doch nicht – einem verirrten japanischen Touristen im Kofferraum… Hübsche Geschichten-Sammlung aus dem elfenbeinfarbenen (nein, nicht eierlikörfarbenen!) Mercedes Taxi.

Hellweger Anzeiger, 20.08.2011

Frank Fischer ist Taxifahrer in Berlin und das schon lange. Vorher fuhr er Taxi in Darmstadt und Frankfurt am Main. Außerdem ist er ein ehemaliger
Student, der auf dem “Bock” hängengeblieben ist, ganz dem bekannten Klischee entsprechend. Dass er sich im Studium der Soziologie gewidmet hatte, kommt seinen fast schon philosophischen Betrachtungen unbedingt zu Gute. Man erfährt also nicht nur einiges über die Marotten und Eigenarten der Fahrgäste, sondern bekommt auch gleich noch eine fachlich untermauerte Analyse mitgeliefert. Das alles aber nicht als trockene Sachbeobachtung dargereicht, sondern mit jeder Menge Humor und Augenzwinkern. Wer, wie der Rezensent, selbst einmal zu Studentenzeiten als Taxifahrer gejobbt hat, wird viele
der Charakterisierungen bestätigen können und oft über ähnlich Kurioses ins Schwärmen geraten. Nicht nur aus diesem Grund ist dieses Büchlein eine sehr angenehme und unterhaltsame Lektüre.
Als amüsante, nachdenklich stimmende (Ferien-)Lektüre allen (Krankenhaus-]Büchereien gern empfohlen!
SL (Taxi/Gesellschaft) Peter Mieglitz, Der Evangelische Buchberater, August 2011

Frank Fischers rasante Anekdoten aus dem zweitältesten Gewerbe der Welt

„Soziologie?! Willst Du denn als Taxifahrer enden?“
Das war der entsetzte Ausruf von Franks Mutter, als sie den Berufswunsch ihres Sohnes vernahm. Sie ahnte nicht, wie recht sie hatte.Das angestrebte Studium der Soziologie startete Frank Fischer in Frankfurt. Es folgte Semester auf Semester auf Semester. Sein Lebensunterhalt finanzierte er sich nebenbei mit Taxifahren. Und irgendwann war der Nebenjob sein Beruf. Nach Darmstadt und Frankfurt folgte Berlin.
Seit nunmehr 26 Jahren fährt Frank Fischer mit seinem elfenbeinfarbenen Wagen seine Fahrgäste zum gewünschten Ziel. Im Laufe der Jahre hat er dabei so einige Fahrgäste ans Ziel gebracht: einen tobenden Reich-Ranicki, einen Pfeife rauchenden Günter Grass, einen monologisierenden Roger Willemsen oder eine überraschend nette Désirée Nick und – beinahe – einen japanischen Touristen im Kofferraum.

Frank Fischer erzählt anekdotenreich von skurrilen Erlebnissen, entwickelt eine Einsteiger-Typologie, berichtet aus dem Haifischbecken der Kollegen und gibt Tipps zum guten Umgang mit Taxichauffeuren.

gesundheit.com, 10.08.2011

 

Ein interessanter Buchtitel… amüsant zu lesen ist dann auch das Buch dahinter…

DER JAPANER IM KOFFERRAUM – MEIN LEBEN ALS TAXIFAHRER
FRANK FISCHER

Das klingt doch interessant, also der Buchtitel meine ich. Ist es auch. Ein ehemaliger Soziologiestudent mit dem ausgefallenen Namen Frank Fischer schreibt über seine Erlebnisse aus über 25 Jahren als Taxifahrer in verschiedenen deutschen Großstädten.
Auch wenn man wahrscheinlich nicht an materiellen Werten reich wird, die menschlichen Erfahrungen scheinen dies auf jeden Fall auszugleichen.
Autor Fischer liefert uns zahlreiche Stories über den Undank der Kurzstreckenfahrt, Problemen mit schwierigen Fahrgästen und anderen Taxifahrern. Er lässt uns teilhaben an den Gefahren des (nächtlichen) Taxifahrens und den unlauteren Tricks von schwarzen Schafen des Gewerbes. Er schildert uns die Vor- und Nachteile des Jobs, der ihn – anfänglich als Möglichkeit zum Geldverdienst im Studium – so gefesselt hat, dass er ihn nie mehr aufgegeben hat.
Kuriose Geschichten mit Touristen, Vergleiche mit den Verhältnissen im Ausland und viele lesenswerte Dinge mehr werden dem Leser in diesem kurzweiligen Buch auf 200 Seiten vermittelt. Wer selber schon mal als Fahrer einer Taxe unterwegs war, erkennt sicherlich Einiges wieder, aber auch als zahlender Gast mag man Situationen finden, die einem schon mal untergekommen sind.
Die Typologie der Fahrer wie auch der Fahrgäste hilft, einen Überblick über die verschiedenen Spezies der beiden “Fronten” zu bekommen, eine amüsante Darstellung.

Amir Djawadi, heavy-metal.de, 21.06.2011

Bitte einsteigen! – Aus dem Leben eines Taxifahrers

Die Scheine locken. 800 Euro. Frank Fischer chauffiert vier sonnenbebrillte Männer von Köln nach Frankfurt am Main. Die Reise wird lang. Fischer fühlt sich unwohl, denn er versteht kein Wort. Glücklich angekommen, sagt einer der Gäste: “Moment, muss hole Geld!” Nun rutscht des Fahrers Herz ins Bodenlose. Aber der Albaner hält Wort. Humorvoll erzählt der passionierte Taxifahrer aus seinem Berufsleben. Über 20 Jahre sitzt er schon hinterm Steuer und befördert stumme, lallende, besserwisserische, grantelnde oder Pfeife schmauchende Passagiere wie den Schriftsteller Günter Grass. Autor Fischer beschreibt augenzwinkernd die verschiedenen Fahrertypen und Fahrgäste. Er nimmt den Leser mit auf einen Ausflug in die Geschichte des Taxis und ärgert sich mit ihm über die Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr. Dass guter Taxi-Service ebenso belohnt werden sollte wie gutes Essen, versteht sich von selbst. Oder?

Übrigens: laut Tarif vom Frühjahr 2010 kostet in Gera eine fünf Kilometer lange Fahrt 8,60 Euro, in Karlsruhe sind es schon 12,30 Euro. Also bitte einsteigen.

Ilona Berger, Ostthüringer Zeitung, 08.07.2011

 

“Prominente Menschen mit einem prallen Leben im Showgeschäft, der Wirtschaft oder der Politik haben viel zu erzählen und schreiben nicht selten ihre Memoiren. Aber auch vielen´Normalos`rät der Freundeskreis beim Feierabend-Bier: Schreib das doch auf, das muss unbedingt als Buch veröffentlich werden. Und wer würde mehr erleben als ein Taxifahrer. Frank Fischer hat seinen Erfahrungen und Geschichten aus dem rollenden Gewerbe notiert.

Der Soziologe und der Nobelpreisträger

Natürlich hat er auch Prominente gefahren. aber das war meist unspektakulär. Die sind eben auf dem Rücksitz auch nur Menschen, die in Ruhe von A nach B wollen. Lediglich Günther Grass liefert eine Taxi-Anekdote, weil er Pfeife rauchend von vielen Kollegen abgewiesen wurde, Fischer aber dankbar zuqualmen durfte. Denn das war es dem studierten Soziologen wert. So konnte wenigstens einmal einen Nobelpreisträger kutschieren.

Praxiserfahrung für den Soziologen

Ach ja, die Soziologie. Eine brotlose Kunst, die oftmals zur Karriere am Taxistand führt. Frank Fischer aber ist glücklich: ´Mir ist klar, dass ich damit das berühmte Klischee erfülle, aber das macht nichts. Bisher habe ich es nie bereut, studiert zu haben und es noch weniger bereut, damit aufgehört zu haben. Ich habe während meines Studiums viel graue Theorie über die Menschen gelernt und bekam dann beim Taxifahren die Praxis sozusagen gratis mit dazu.`

Typenstudium

Auch Taxifahrer erleben Abenteuer, etwa die Fernstrecke über hunderte Kilometer mit einer Gruppe finsterer Männer und der bangen Frage, ob man am Ziel bezahlt wird oder abgemurkst. Auch das schräge Verhältnis von Wohlstand des Kunden und Trinkgeld ist für Taxifahrer ein Thema. Und sowohl die Taxikollegen als auch die Fahrgäste werden – streng soziologisch versteht sich – von Frank Fischer herrlich typisiert. Ein Beispiel: ´Der wichtige Handy-Typ: nähert sich dem Taxi, reißt die Tür auf, blabla laberrhabarber blablubb, Deutsche Bank, Taunusanlage, rharbarber blubb blabla. Diesen Typ findet man eher in Frankfurt als in Berlin. Er ist in der Regel Banker, stets in wichtige Projekte verwickelt, und das Handy scheint ihm am Ohr festgewachsen zu sein`

Allerlei Tipps und Wissenswertes

Die Geschichte des Taxigewerbes ist alt. Schon im alten Ägypten gab es Taxis – in Form noch Sänften, später dann als Pferdekutschen. In Paris gab es die ersten, Fiacre genannt, die Winer Fiaker sind geblieben und ab Ende des 19. Jahrhunderts gab es das Taxameter wovon sich das heutige Taxi ableitet.

Frank Fischer erklärt noch mehr in dieser bunten Mischung aus Erfahrungsbericht und Sachbuch. Er gibt Tipps gegen die schwarzen Schafen im Ral-1050-gelb-farbenen Gefährt.´Viele Taxikunden wundern sich darüber, dass sie morgens für sagen wir 12 Euro vom Flughafen in die Stadt gefahren werden und abends für 22 Euro wieder zurück. Wenn ein Gast die Route reklamiert, dann bekommt er oft Frechheiten zu hören. Ich kann immer nur raten, sich zu beschweren. Man sollte sich eine Quittung ausstellen lassen über den Betrag und über Starts und Ziel der Fahrt und die Quittung anschließend der Ordnungsbehörde übersenden.` Taxameter müssen nämlich geeicht sein und in jeder Stadt gibt es einheitliche Tarife.

Fischer erzählt immer wieder anekdotisch aus dem bewegten Fahrerleben und nebenbei bekommt man mal nochmal erklärt, wann man blinken muss und wann nicht, was ein Bewerber für Straßen und Wege büffeln muss, um einen Taxischein zu bekommen, und wie nach der Wende sich deshalb nur wenige in den andern Teil Berlins getraut haben.

Und noch ein Tipp: Man muss am Taxistand nicht immer das erste Fahrzeug nehmen, wenn man lieber in ein anderes einsteigen möchte.

Das Taxifahrer Tagebuch

Der schreibende Taxifahrer, der zuerst in Darmstadt und Frankfurt unterwegs war und nun aktuell in Berlin fährt, veröffentlich seine Erlebnisse übrigens auch fortlaufend im Internet…unter www.taxiblogger.de”

Christian Job, Saarlandwelle online, 27.07.2011

 

“Ich hatte vor einiger Zeit ja schon geschrieben, dass der Taxiblogger nun sein erstes Buch veröffentlicht hat. Wie damals schon befürchtet, hat es mit der Rezension jetzt etwas länger gedauert. Aber das Schöne an Büchern ist ja, dass es sie dauerhaft käuflich zu erwerben gibt.
Als regelmäßiger Leser beim Taxiblogger war ich sehr gespannt auf das Buch, gerade weil es das erste Buch eines Kollegen ist, der aus der selben Stadt und teilweise sogar der selben Zeit berichtet. Freundlicherweise hab ich das Buch vom Autor selbst zugesandt bekommen und es auch gleich binnen 3er Taxinächte durchgelesen.

Ich will ehrlich sein: Die Rezension ist mir auch nicht leichtgefallen. Obwohl ich das Buch gerne gelesen habe.

‘Der Japaner im Kofferraum – Mein Leben als Taxifahrer’ hat nämlich einen skurrilen Aufbau, der sich nicht leicht beschreiben lässt. Mein Kollege hat es geschafft, auf den 202 Seiten unglaublich viele verschiedene Anekdoten zum Besten zu geben, worunter die Form etwas gelitten hat.
Das Buch hält insofern, was es verspricht: Ein Leben als Taxifahrer – insbesondere wenn es gleich mehrere Städte und Arbeitsverhältnisse umfasst – ist natürlich ein Auf und Ab. Dem wird das unterhaltsame Buch zweifelsohne gerecht.

Der Titel ist meines Erachtens nach nicht clever gewählt, da der besagte Japaner im Buch ohne die prominente Erwähnung zwischen einem ganzen Haufen lustigerer und längerer Anekdoten untergeht. Aber diese Verlagsentscheidung möchte ich garantiert nicht dem Autor anlasten.

Der Schreibstil von Fischer ist meist wie aus seinem Blog gewohnt kurz und prägnant, wobei ich glaubte, in der ersten Hälfte des Buches ein wenig mehr ausschweifendes Erzählen wahrgenommen zu haben als auf den hinteren Seiten. In jenem hinteren Teil begegnen Bloglesern auch mehrere bekannte Einsprengsel aus selbigem, alles in allem stimmig untergebracht im bunten Sammelsurium des ‘Japaners’.

Was das Bild des bunten Taxler-Lebens abrundet, sind allerlei Informationen, mal als kleine Kästchen, mal als ganze Kapitel. So hat das Buch auch einen gewissen Sachbuchcharakter und wirft hier und da auch mal ein Licht auf die rechtlichen Fragen und Begleitumstände unseres kuriosen Gewerbes. Vom Preisvergleich zu anderen Städten über die Frage nach Traiferhöhungen, den Schönefeld-Streit unter den Taxlern und betrügerischen Kollegen findet man alles, aber ebenso seine legendäre Einsteiger-Typologie, Murphy’s Law für Taxler und andere nicht ganz so ernste Zusammenstellungen.

Was mir ganz ehrlich nicht gefallen hat, war mancher wilde und schwer nachzuvollziehende Zeitsprung und manch allzu kurz gefasste Info – der ein oder andere Leser wird sich sicher über das Mehrangebot auf Frank Fischers Blog freuen, wenn er den Hinweisen des Autors dorthin folgt.

Dementgegen steht eine gewaltige Vielzahl an Anekdoten, von denen ich als Fahrer in derselben Stadt und als Leser seines Blogs nur selten überrascht war, wenn dann aber umso mehr.
Für alle unbedarften Leser ist es ein bunter Einblick ins Arbeiten, Leben und Denken eines Taxifahrers mit Humor und Beobachtungsgabe, das seine 10 Euro wert ist.

Ich persönlich war beeindruckt, weil mein Kollege einen Gedanken in Worte gefasst hat, den ich selbst für absolut richtig halte, den ich aber in all der Zeit, die ich nun selbst mit dem Schreiben über diesen Job verbringe, nicht in dieser Klarheit hatte: Die Erkenntnis über die Fahrgäste:

‘Wir sehnen ihn herbei und buhlen um seine Gunst, aber wenn er erst mal da ist, möchte man ihn so schnell wie möglich wieder loswerden: den Fahrgast.’

(Kapitel 3, S.25, erster Satz)

Besser kann man es einfach nicht ausdrücken!”

Sascha Bors, Blog “Gestern Nacht im Taxi”, 18.07.2011

 

“Einmal hat er 800 Euro auf einen Schlag verdient – da musste er albanische Geschäftsmänner von Berlin nach Frankfurt chauffieren, und die zahlten den vorab vereinbarten Festpreis, ohne mit der Wimper zu zucken. Praktischerweise war Frank Fischer vor seiner Berliner Zeit in Frankfurt als Taxifahrer unterwegs gewesen, so dass er bei Freunden übernachten und die Rückreise am Folgetag antreten konnte. Manchmal hat er auch stundenlang keinen Fahrgast, dann heißt es, sich mit Geduld zu wappnen und auszuharren.
Taxiüberfälle mit tragischen Folgen sind immer wieder in den Schlagzeilen und sollen hier auch nicht heruntergespielt werden. Frank Fischer aber widmet sich in erster Linie den ganz alltäglichen Tücken dieses Berufs. Regelmäßig sind zum Beispiel Betrunkene zu chauffieren, die in aller Regel generös mit Trinkgeld umgehen – wenn man es denn unter Schwierigkeiten geschafft hat, sie ins Auto zu bugsieren und nach Fahrtende aus selbigem heraus, nachdem man es geschafft hat, ihnen ihre Heimatadresse zu entlocken und diese auch noch artikulatorisch zu verstehen. Nicht so einfach, je nach Äthanolgehalt im Blut des Gastes.
Apropos Trinkgeld: Frank Fischer bestätigt, was der Volksmund immer schon sagte, je niedriger das Einkommen, umso höher die Extrazulage. Es scheint, als wüssten die, die weniger Geld haben, dass das Trinkgeld nicht eine großzügige Dreingabe ist, sondern wichtig angesichts der laufenden Kosten, denen ein Taxibetreiber ausgesetzt ist, zumal ein Einzelunternehmer.
Frank Fischers Büchlein enthält Nachdenkliches, Amüsantes und ist so kurzweilig geschrieben, dass man es ohne weiteres an einem gemütlichen Abend “in einem Rutsch” lesen kann. Besonders lesenswert ist sein Kapitel über das rücksichtsvolle Miteinander im Straßenverkehr. Ein Taxifahrer hat nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern fühlt sie auch für die Taxigäste. Und die sind dem Anschein nach regelmäßig Fremdgefahren ausgesetzt, wenn etwa die Dame im Auto davor ohne Freisprecheinrichtung ausgiebig mit einem Handy telefoniert, darüber mit ihrem Wagen in den Schlingerkurs gerät (mitten im Stadtverkehr) und sich noch nicht einmal durch das sichtbare Entsetzen der anderen Verkehrsteilnehmer aus der Ruhe und von ihrem Vergnügen abbringen lässt.”

Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständige – www.kues.de, 29.06.2011

 

“Heute gibt es mal wieder eine Buchrezension in der Testerlounge, wobei es sich diesmal um das Buch “Der Japaner im Kofferraum” von Frank Fischer handelt, das ich vor Kurzem bereits auf Facebook verlosen durfte.In “Der Japaner im Kofferraum” erzählt Frank Fischer aus seinem Leben als Taxifahrer – von Fahrgast- und Fahrertypen, skurillen Begegnungen und dem “ganz alltäglichen Wahnsinn”. Teilweise in längeren Textstücken, teilweise auch als kurzweilige Anekdoten schildert Frank Fischer die verschiedensten vorstellbaren und unvorstellbaren Erlebnise, die er in 20 Jahren Berufserfahrung als Taxifahrer gemacht hat und brachte mich dabei mit seinem lockeren Schreibstil auf beinahe jeder Seite zum Schmunzeln.
Das Buch ist unheimlich erfrischend und locker geschrieben, so dass es sich wirklich gut lesen lässt und mal eine Abwechslung zu “schweren Schmökern” darstellt.
Fazit: Ein wirklich witziges, klasse geschriebenes Buch – eignet sich sicher toll als Urlaubslektüre, ist aber auch zu Hause gut zu lesen.”

Deliyah, Blog “Testerlounge”, 21.06.2011

 

“Frank Fischer informiert uns in Der Japaner im Kofferraum über alles rund ums Taxifahren. Aus der Sicht des Taxifahrers erfahren wir, welche Probleme es mit dem Wechselgeld geben kann, dass wieder der beste Zeitpunkt zum Tanken verpasst wurde, genau die gesuchte Seite im Straßenatlas fehlt und der Bahnübergang mit Sicherheit gesperrt ist, wenn man diesen Weg eingeschlagen hat. Der Autor listet die unterschiedlichen Typen von Fahrgästen und der eigenen Kollegen auf und beschreibt die Vorzüge von Stammfahrgästen und Geschäftsreisenden. Er berichtet von den ersten Sänften in Berlin und der Einführung des Taxameters, dass es festgesetzte Preise im „Pflichtfahrgebiet“, nicht aber auf Fernfahrten gibt und die Fahrer nach gültiger Rechtsprechung sogar eine Beförderungspflicht haben.
Hunde muss ein Taxifahrer nicht befördern, wohl aber einen Blindenhund. Wer weiß das schon? Oder dass der Taxifahrer von der Anschnallpflicht befreit ist und alleine der Gast bestimmen kann, ob ein Fenster geöffnet werden oder wie laut das Radio gestellt werden soll. Auch dürfte vielen nicht bekannt sein, dass einem Taxifahrer eine Strafe droht, wenn er den Stadtplan oder Quittungsblock nicht mitführt oder nicht ordnungsgemäß gekleidet ist. Wobei sich hier die Frage stellt, was darunter zu verstehen ist. Der schwarze Anzug?
Der Leser erfährt weiter, dass die britischen Banker das meiste Trinkgeld geben und manch ein Gast mehr von sich erzählt, als sein Ehepartner oder bester Freund von ihm weiß. Es wird von Testfahrten berichtet, die der ADAC 2008 durchgeführt hat und dass es regional große Unterschiede bei den Festpreisen gibt: Im Frühjahr 2010 hat beispielsweise eine Fahrt über 5 km in Erfurt nur 8,55 €, in Karlsruhe stolze 12,30 € gekostet. Der Autor informiert über die Anforderungen, die an einen Taxi-Schein gestellt werden, welche Auflagen gelten und welche Prüfungen abgelegt werden müssen. Die härtesten Bedingungen herrschen hier in London, wo die Vorbereitung zur Prüfung drei Jahre dauert, um jede einzelne der 25.000 Straßen und 320 Standard-Routen auswendig zu lernen!
Frank Fischer ist seit 1984, nunmehr seit 26 Jahren, selbst Taxifahrer und weiß, wovon er spricht. Eigentlich wollte er mit den Fahrten nur sein Soziologiestudium finanzieren, aber ist dann aus Überzeugung dabei geblieben. Wenn es auch nicht immer für ihn einfach war, jeden Kunden freundlich zu bedienen und finanziell über die Runden zu kommen, so sieht er doch auch die Vorteile, die dieser Beruf mit sich bringt. Zumindest, wenn man wie er selbstständig ist, kann man sich die Zeit frei einteilen. Er hat viele bekannte Persönlichkeiten in den Jahren chauffiert und glaubt, dass das Taxifahren ihm die Praxis bringt, die er im Studium als graue Theorie gelernt hat. Sollten Sie also Ambitionen haben, einen Taxi-Schein erwerben zu wollen, dann dürfen Sie Der Japaner im Kofferraum von Frank Fischer nicht im Bücherregal stehen lassen!”

Beatrix Alfs, Blog “Gedankenspinner”, 5.6.2011

 

9 Responses to Buchrezensionen

  1. Pingback: Der Taxiblogger » “Wohin soll´s denn gehen?”

  2. Oskar says:

    Bin gespannt. Ich werde im Juli mal bei meinem Buchhändeler um die Ecke gezielt fragen.
    Oskar

  3. Die Rezension zum Buch von Beatrix Alfs ist inzwischen online und hier http://www.gedankenspinner.de/?p=2164 auf Gedankenspinner und hier http://www.buchaviso.com/?p=5732 auf BuchAviso zu finden.

  4. Volker Pietsch says:

    Hallo Frank und alle anderen Kollegen,

    ich muss mal ein dickes verdientes Lob aussprechen, denn was Du,Frank, in deinem Buch beschrieben hast trifft voll und ganz zu und teilweise konnte ich mich selbst und auch Kollegen aus meinem Arbeitskreis wiederfinden.

    Ich habe an einigen Stellen herzhaft gelacht, weil ich ja das Gewerbe aus eigener Erfahrung kennne und auch schon teilweise solche Situationen mitbekommen und erlebt habe.
    Meiner Meinung sollten sich auch mal die “Normalos” also unser Kunden das Buch kaufen, denn dann sehen Sie unseren Berufstand in einem anderen Licht.

    Also alles in allem kann ich “Der Japaner im Kofferraum” jedem, ob Kollegen oder Kunden das Buch nur wärmsten Empfehlen.

  5. marco says:

    Also ersteinmal muss ich zugeben, das ich von dem Buch noch nie etwas gehört hatte und es zum Geburtstag von meiner Oma!!!! geschenkt bekommen habe, weil ich nun diese(n) Beruf(ung) seit 1999 ausübe. Also im groben bin ich von dem Buch ganz begeistert gewesen und sehr viele Anekdoten haben mich zum lachen gebracht bzw zu der Erkenntnis, das vieles überall gleich ist, sei es wegen der Fahrer oder der Fahrgäste. Viele Ausführungen von Frank Fischer kann ich bestätigen und teilen. Doch wo Lob, da auch Kritik. Über persönliche Dinge wie z.B.Tempolimit auf der Autobahn oder einen Dacia als Taxi kann man sich natürlich streiten und das soll auch nicht der Sinn meiner Zeilen sein. Aber den Leuten zu vermitteln das sie das Radio und alle Fenster quasi gekauft haben, geht mir dann doch zu weit. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Auch bei mir wird Kundenfreundlichkeit groß geschrieben und ich bin bestimmt der letzte der ein “eh, kannst mal lauter machen” oder “kann ich hier mal bissl s Fenster ofmachen” ignoriert oder verneint, aber das ein gewisser Alkoholpegel ein anderes Geräusch oder Kälteempfinden verursacht, dürfte jedem klar sein und es gibt Grenzen. Desweiteren finde ich das der Taxifahrer zum Schluß des Buches etwas als schwarzes Schaf hingestellt wird mit zahlreichen Negativbeispielen untermalt, aber die Schwierigkeiten unseres Berufes in Form von Überfällen, Türmern,ausfällig werdenden Fahrgästen und “Leistungserschleichern” nur kurz erwähnt werden. Natürlich ist das nur ein geringer Prozentsatz, aber die “bösen Taxifahrer” aber eben auch. Vielleicht vor dem nächsten Buch, worüber ich mich freuen würde, einfach mal wieder eine Nachtschicht einlegen;O) Aber alles in allem ein gelungenes Buch. Danke dafür! Lg aus der Nähe von Dresden und jederzeit viel Umsatz, nette Fahrgäste und knitterfreien Flug. Marco

    • taxiblogger says:

      Die Bestimmungen über die Fahrgastrechte betreffend Fenster und Radio sind Bestandteil fast aller Taxi-Ordnungen in Deutschland.
      Nur merkwürdigerweise nicht in Dresden… ;-)

      Aus der Taxiordnung Berlin:

      §5
      (1) Der Fahrgast hat die freie Platzwahl. Alle Fahrgastplätze, insbesondere der Beifahrersitz, sind dazu von Gegenständen freizuhalten. Darüber hinaus hat der Fahrzeugführer den Wünschen des Fahrgastes zu entsprechen, soweit eine ordnungsgemässe und sichere Personenbeförderung sowie die Sicherheit des Fahrzeugführers nicht gefährdet werden und es dem Fahrzeugführer zumutbar ist. Insbesondere sind auf Verlangen des Fahrgastes Schiebe- und Ausstelldach sowie die Fenster – soweit möglich – zu öffnen oder zu schliessen.

      Taxiordnung Frankfurt:

      §5
      Insbesondere ist dem Fahrgast die Platzwahl zu ermöglichen und seinen Wünschen nach Öffnen und Schließen der Fenster, des Schiebedaches oder des Ausstelldaches zu entsprechen.

      Taxiordnung Ingolstadt:

      §5
      (2) Ein Radio und/oder ein Funkgerät sowie ein Autotelefon dürfen während der Fahrgastbeförderung nicht so laut eingeschaltet sein, daß sie den Fahrgast stören.

      Taxiordnung Karlsruhe:

      §9
      (2) Der Betrieb von Radio-, Ton- oder Musikwiedergabegeräten aller Art während eines Beförderungsauftrages darf nur mit Zustimmung des Fahrgastes erfolgen.

  6. marco says:

    Moooooment! Irgendwie hast du mich völlig falsch verstanden. In all deinen Ausführungen bzw trockenen Gesetzen (hätte mich über ein paar eigene Worte mehr gefreut) gerade geht es in der Radiosache um “nicht stören” und nicht zu laut, was für jeden Taxifahrer selbstverständlich sein sollte. Mir ging es aber um das umgedrehte Beispiel, nämlich das die Musik auf Verlangen so laut gestellt wird das man sein eigenes Wort, Funk,Fahrzeuge mit Sondersignalen usw gar nicht mehr hört. In deinen hier aufgeführten Auszügen der Berliner Taxiordnung kommt das ja auch sehr gut zur Geltung, was die Worte zumutbar und Sicherheit beweisen. Für den Laien wird aber in dem Buch suggeriert das er als Fahrgast die alleinige Macht darüber hat, wie auch die Rezensionen weiter oben beweisen. Genauso ist es bei den Fenstern. Es sollte für jeden Taxifahrer ,der sich auch dazu berufen fühlt und wirklich Service bieten möchte, selbstverständlich sein das er seine Fahrgäste weder durch Zug, Hitze oder Kälte belästigt und dem Wunsch nach etwas Frischluft nachkommt. Wenn aber ,wie selbst erlebt, 3 ziemlich alkoholisierte Fahrgäste bei – Graden und Schneetreiben es witzig finden alle Fenster zu öffnen, hört der Spaß auf, denn da sind wir wieder beim Thema Sicherheit und bei meiner!!! Gesundheit.

    Darum ging es mir bei meinen Zeilen, nicht mehr und nicht weniger. Davon mal ab gibt es hier bei uns und auch in Dresden keine “Radio/Fenster Vorschriften”. Lediglich §4 Abs.2 besagt:
    Während der Fahrgastbeförderung dürfen Funkgeräte nur so laut eingeschaltet sein,
    dass das Fahrpersonal die Durchsagen versteht. Eine Störung der Fahrgäste durch den Funkbetrieb ist zu vermeiden.
    Dieses Gesetz ist aber natürlich in Zeiten des Datenfunks eh nicht mehr so relevant.
    Vielleicht setzt man hier ein ordentliches miteinander von beiden Seiten einfach vorraus;O) Lg Marco

    • taxiblogger says:

      Da habe ich Dich wirklich etwas missverstanden. Hatte gar nicht in Erinnerung, dass ich das mit den Fahrgastrechten in meinem Buch so hervorgehoben habe – vielleicht sollte ich es selber mal lesen… ;-)

      Scherz beiseite: Freut mich dass es Dir gefallen hat, Grüße an die Oma zur gelungenen Geschenkewahl!

  7. Hallo Frank.
    Habe Dein Buch mit viele Interesse gelesen und dabei oft geschmunzelt. Das ist die wahre Realität. Auch ich bin mit einem Renault Laguna Kombi unterwegs,allerdings erst seit 2007 und in LOS. Durch meine Krankenfahrten in und um Berlin ,bin ich viel in Berlin unterwegs, auch im Westteil. Vielleicht könnten wir einfach mal quatschen.
    Taxi 3024. Tel. 01743956191.

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